Pestalozzi Realschule | Jahresbericht 22 . 23
31 man sonst immer nur im Fernsehen sieht, mit eigenen Au- gen betrachten zu können. Etwas später um 13 Uhr besuchten wir dann die Gedenk- stätte Deutscher Widerstand. Die Klasse wurde in zwei Gruppen eingeteilt, welche dann unabhängig voneinander einen Fachvortag und eine Führung über den deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus in Zeiten des zweiten Weltkriegs erhielten. Dabei wurde zum Beispiel Stauffenbergs Ermordungsver- such von Hitler im großen Umfang thematisiert, aber auch Rettungsaktionen von Privatpersonen wurden angespro- chen. Dieser Museumsbesuch bleibt für die meisten Schü- ler*innen als besonders interessant in Erinnerung, da er so viele neue Einblicke über die NS-Zeit lieferte, von denen man so detailliert zuvor so nie gehört hatte. Spätnachmittags folgte ein weiterer Museumsbesuch, ein Zeitsprung in die DDR, denn diesmal handelte es sich um das Stasi-Museum. Dieses befindet sich in einer früheren Stasi-Untersuchungshaftanstalt in Hohenschönhausen. Das Besondere an diesem Museum war das Vorliegen ech- ter Objekte, Schriften, usw. aus Zeiten der DDR. Auch Räu- me aus dem Gebäude wurden authentisch nachkonstruiert. Das Betreten der Räume mit demWissen, was darin bespro- chen wurde, löste ein mulmiges, aber doch auch neugieri- ges Gefühl bei vielen Schüler*innen aus. In der Führung wurde vor allem über IM`s (Inoffizielle Mit- arbeiter*innen) sowie Durchsuchungs- und Abhörmetho- den der damaligen SED berichtet. Donnerstag Der vorletzte Tag war gekommen, doch das Pro- gramm war noch längst nicht am Ende angelangt. Begonnen hat der Tag mit einem Besuch des Bundes- kanzleramts. Dabei hat ein Referent in Form einer Präsentation über die Aufgaben des Bundeskanz- leramts als Exekutive des Bundes berichtet. Denn Pressekonferenzen, Werbeplakate und Informa- tionsschreiben tippen sich nicht von selbst, diese müssen sorgfältig von den Mitarbeiter*innen des Bundeskanzleramtes vorbereitet werden. Dabei wurde keine Frage unbeantwortet gelassen – je- de*r konnte auch mal nachhaken, wenn etwas un- verständlich war. Gegen Mittag fuhr die Gruppe zu einer Gedenk- stätte an der Bernauer Straße. Dort wurde näm- lich an die Berliner Mauer erinnert. Eine Führerin erzählte uns von den verschiedenen Fluchtver- suchen und Todesopfern und auch warum das Überqueren der Berliner Mauer gegen Ende der DDR fast unmöglich war. Ein riesiger Mauerstreifen erin- nert dabei an die kaum überwindbare Mauer, die damals für die Bürger der DDR die Freiheit so nah, aber doch so fern erschienen ließ. Um 14:30 endete das Programm für den Tag und der ganze restliche Nachmittag und Abend konnte nun nach Lust und Laune gestaltet werden. Ob Shopping, Essen gehen oder einfach nur durch die Millionenstadt schlendern: Die Mög- lichkeiten waren unbegrenzt. Freitag Unerwarteterweise war er dann da, der letzte Tag. Wie im Flug sind sie vergangen, die Tage, und jetzt sollte man sich in wenigen Stunden wieder zu Hause befinden. Keine*r schien wirklich darauf vorbereitet zu sein. Die letzten Happen des Frühstücks schluckte man noch schnell herunter, dann ging es noch ein letztes Mal mit der Gruppenführerin in den Bus, eine kleine Fahrt, und dann noch zur Seminarauswertung. Dabei wurde über die ge- samte Woche reflektiert, die Erlebnisse wurden in den Erin- nerungen wiederbelebt und man realisierte, dass man gar nicht so schnell wieder zurück nach München möchte, trotz der Freude auf die Familie. Doch die Uhr schlug 10:30 und dann saß man auch schon wieder im Bus. Diesmal keine 10 Minuten zur nächsten Station, nein, diesmal mehrere Stun- den bis nach Hause. Anders als die Hinfahrt war die Rückfahrt nicht durch ener- getisches Rumschreien und laute Musik ausgezeichnet. Es wurde viel geschlafen und nachgedacht. Ein wenig froh wieder nach München zurückzukehren, müssen wohl eini- ge doch gewesen sein, denn das ständige Zusammensein ist auf Dauer doch etwas anstrengend gewesen. Eine ruhige Vorfreude, so könnte man die Stimmung im Bus beschreiben, als dieser langsam in die Einfahrt der Schule einbog, während das breite Lächeln aller Eltern die Schüler willkommen hieß. Lilly Henßler
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