Newsletter Promoting Afrika 04/2021

Liebe Mitglieder, SpenderInnen und Interessierte,


um Sie / Euch über unsere Projekte in Kenia auf dem Laufenden zu halten, hier einige aktuelle Informationen:
Über Kenia rollte die dritte Welle der Pandemie – heftiger als in den beiden Wellen zuvor. Die Krankenhäuser sind voll, Menschen sterben, während sie auf ein freies Bett in einem der Krankenhäuser warten.


Südafrika hat aufgehört mit dem Impfstoff Astra Zeneca zu impfen, da dieser gegen die südafrikanische Mutation des Covid 19 Erregers weniger schützt als andere Impf-stoffe. Den Impfstoff von Astra Zeneca haben sie an andere afrikanische Länder ver-kauft, unter anderem an Kenia. So konnte Kenia damit beginnen, MitarbeiterInnen aus dem Gesundheitssystem und den Schulen zu impfen. Außerdem gehören ältere Bür-ger in die Gruppe mit der höchsten Priorität. In Kenia gilt man ab 55 als älter - nicht verwunderlich bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 64 Jahren (Deutsch-land: 80,5 Jahre).


Vor 10 Tagen wurde ein erneuter Lockdown mit weitreichenden Beschränkungen ver-hängt. Aktuell ist die Zahl der Neuinfizierten im Großraum Nairobi so hoch, dass die Region zur roten Zone erklärt und abgeriegelt wurde. Niemand darf hinein, niemand darf heraus – die einzige Ausnahme sind internationale Flüge. Es gibt eine Ausgangs-sperre zwischen 20 Uhr und 4 Uhr morgens, alle Kirchen und Hotels wurden geschlos-sen. Aktuell haben alle SchülerInnen regulär Ferien, außer denjenigen, die sich auf Abschlussprüfungen vorbereiten. Ob die Schulen danach wieder öffnen dürfen, steht noch nicht fest.


Das Berufsschuljahr war im Januar gut angelaufen. Wegen der großen Nachfrage wurde erneut der Zweig Schneiderei angeboten. Erstmals hatten wir mehr Schülerin-nen als Schüler, was uns sehr freut, weil Mädchen und Frau in Kenia im allgemeinen weniger Zugang zu Bildung und damit weniger Chancen haben. Leider musste das Skills Center, unsere Berufsschule überwiegend für junge Men-schen aus den Slums von Nairobi, letzte Woche den Unterrichtsbetrieb wieder einstel-len. Obwohl sich etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schüler auf Prüfungen vorbe-reitet, hat Jimmy Kilonzi keine Genehmigung erhalten, die Schule offen zu halten. Le-diglich einige Werkstätten, z.B. die Kfz-Werkstatt und die Schreinerei, sowie das Bistro sind weiterhin geöffnet. Jimmy plant gerade die Anwesenheit der Leh-rerInnen und MitarbeiterInnen sowie die Auszahlung von Kurzarbeitergeld. Während der Schulschließung von April bis Oktober 2020 hatten wir Mitarbeitern, die nicht in einem der Werkstätten oder im Bistro tätig waren, ein Kurzarbeitergeld gezahlt – der Kenianische Staat bietet hier keine Unterstützung.


Der erneute Lockdown führt dazu, dass die Slumbewohner keine Gelegenheitsjobs finden, so dass sie wieder jeder Einnahmequelle beraubt sind. Deshalb werden Jimmy und sein Team wieder damit beginnen wöchentliche Lebensmittelpakte an die Familien zu verteilen, deren Kinder im Rahmen unseres Child Support Programms unterstützt werden, denn die Not ist groß.


Mit Ihrer Hilfe unterstützen wir aktuell 73 Familien, kommen für die laufenden Kosten des Skills Centers auf und hoffen bald wieder in Bildung investieren zu können. Ganz herzlichen Dank für Ihren Beitrag!


Susi Kiehling, Vorsitzende Promoting Africa e.V.